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Lieber Arm dran ...

Plaudereien über Gott und die Welt
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NotX-Lated
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Re: Lieber Arm dran ...

Beitrag von NotX-Lated » Fr 30. Nov 2018, 17:29

Therak hat geschrieben:
Fr 30. Nov 2018, 14:13
Naja, die Selbstbestimmung über den eigenen Körper ist halt immer noch wichtiger als selbstlose Opferung.
Ich kann's verstehen.

Und wenn ich mich irgendwann in weiter Zukunft dazu entscheiden sollte, meine Eltern im Ganzen zu verbuddeln, dann im Krankenhaus aber nur noch die Einzelteile vorfinde, weil die beiden zu ihren Lebzeiten sich nicht drum gekümmert haben, dann würde ich mich auch doof fühlen.

Ich bleib dabei: Das sollte über die Krankenkassen zentral geregelt werden. Schweigen ist keine Zustimmung. Schweigen ist auch keine Verweigerung. Schweigen ist garnichts.
Der Typ sagt aber anscheinend nicht "Selbstbestimmung über den eigenen Körper vs. selbstlose Opferung", sondern suggeriert mit seiner Wortwahl, schweigen könne zum Tod führen.
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juh
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Re: Lieber Arm dran ...

Beitrag von juh » Fr 30. Nov 2018, 18:18

DSGVO gilt nicht für Tote...
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Therak
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Re: Lieber Arm dran ...

Beitrag von Therak » Fr 30. Nov 2018, 19:35

NotX-Lated hat geschrieben:
Fr 30. Nov 2018, 17:29
Der Typ sagt aber anscheinend nicht "Selbstbestimmung über den eigenen Körper vs. selbstlose Opferung", sondern suggeriert mit seiner Wortwahl, schweigen könne zum Tod führen.
Womit wir wieder beim Anfang wären: Ist das nicht die Befürchtung die manche haben? Dass Ärzte ggfs. bei einem Menschen nicht so genau hinschauen, wenn in ihm wertvolle Organe schlummern, die deutlich mehr Menschen retten könnten?
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Re: Lieber Arm dran ...

Beitrag von uzi » Fr 30. Nov 2018, 19:54

und die befürchtung ist vermutlich nicht unbegründet, wenn man sich die jüngste geschichte ansieht. und weiter? wer die befürchtung hat, kann sich ja 'out-opten' und gut.
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Therak
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Re: Lieber Arm dran ...

Beitrag von Therak » Sa 1. Dez 2018, 00:26

Und was macht derjenige, der sich nicht mehr out-opten kann, weil er bereits an den Schläuchen hängt? Derjenige, der keine Verwandte hat, keinen ernannten Vormund der ihn out-opten kann?
Oder ganz krass ausgedrückt: Du fährst in Urlaub, währenddessen stürzt deine Mutter, liegt im Koma - und wenn du zurückkommst hat man sie schon zersägt. Sie hat ja nicht verweigert.
Sind natürlich alles übertriebene Horrorvorstellungen.
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juh
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Re: Lieber Arm dran ...

Beitrag von juh » Sa 1. Dez 2018, 07:24

Zersägen ist übertrieben. Keine Ahnumg, wie man das macht, aber ich vermute, es ist weniger dramatisch. Die wenigsten gucken sich einen Leichnam an, bevor der Bestatter sie zurechtgemacht hat - das gilt für jede Leiche. Das ist ein Schock, und Teil des Trauerprozesses.

Nichts bereitet einen darauf vor, dass die Eltern einmal sterben werden, und doch passiert es. Ob sie dann noch helfen können, das Leben eines anderen zu verbessern, oder nicht, wird daran nichts ändern. Mittelfrisfig kann es sogar eine tröstliche Vorstellung sein.
uzi
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Re: Lieber Arm dran ...

Beitrag von uzi » Sa 1. Dez 2018, 08:50

Therak hat geschrieben:
Sa 1. Dez 2018, 00:26
Und was macht derjenige, der sich nicht mehr out-opten kann, weil er bereits an den Schläuchen hängt?
bin nicht ganz sicher, wie du das meinst. wenn es um die einführung der regelung zu einem stichtag geht und die leute, die an diesem tag schon komatös sind: keine ahnung, aber das halte ich für unproblematisch, weil sich der fall recht leicht organisatorisch einfangen lässt.
Oder ganz krass ausgedrückt: Du fährst in Urlaub, währenddessen stürzt deine Mutter, liegt im Koma - und wenn du zurückkommst hat man sie schon zersägt.
ist genauso wie jetzt, wenn deine mutter organspender ist. die ganze argumentation läuft völlig ins leere, weil es an der stelle gar keinen untschied macht, ob opt-out eingeführt wird.

im übrigen ist das natürlich insgesamt quark, weil einem komapatienten auch mit opt-out nicht einfach seine organe entnommen werden. da bringst du schon wieder was völlig anderes hinein, das mit organspende nur am rande zu tun hat: sterbehilfe. die ist von opt-out, opt-in oder zwangsentscheidung zur organspende völlig unberührt.

aber du kannst das ganze so formulieren:
Du fährst in Urlaub, währenddessen stürzt deine Mutter, fällt ins Koma und weil sie eine entsprechende patientenverfügung hat, werden die geräte abgestellt. und wenn du zurückkommst hat man sie schon zersägt, weil sie organspender war.
so. und das ist heute mit opt-in genauso zutreffend, wie zukünftig mit opt-out.
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