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Das Rad der Zeit

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Wildman
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Das Rad der Zeit

Beitrag von Wildman » So 15. Jul 2018, 19:34

In den letzten zwei(?) Jahren habe ich mehrere Bücher aus dem Zyklus „Das Rad der Zeit“ (The Wheel of Time“) von Robert Jordan gelesen, nachdem ich mir ein Paket aus den ersten zwölf deutschen Bänden auf eBay ersteigert habe. Robert Jordan starb schon 2007, bevor er seinen Zyklus mit Band 12 abschließen konnte. Das hat Brandon Sanderson besorgt, der gleich drei Bände daraus gemacht hat (vielleicht wie bei manchen Verfilmungen zur Gewinnmaximierung?). Also ein alter Hut. Ich habe die Reihe bisher nur auf deutsch gelesen und bin auch erst bei Band 7 (Heyne-Verlag), was im Original wohl Band 3 1/3 wäre, weil die englischen Bücher für die deutsche Veröffentlichung mal wieder aufgeteilt wurden. Insgesamt gibt’s auf deutsch 37 Bände. Den Band 7 habe ich erst zu einem Drittel gelesen. Ist meine Lektüre für die Straßenbahnfahrten zur Arbeit und zurück.

Ich habe ein zwiespältiges Verhältnis zu der Reihe. Si reizt einerseits weiterzulesen, nervt auf der anderen Seite aber auch, was vielleicht daraus resultiert, dass sie ein Kind der 80er ist. Aber das bin ich auch.
Das mit Setting mit den geschlechterspezifischen Rollen und den Zauberfähigkeiten finde ich interessant. Vermutlich ist es u.a. von Dune beeinflusst, was ich mag, oder von anderen Klischees über zauberne Frauen und kriegerische Männer. Der Oberbösewicht im Hintergrund ist der Teufel mit anderem Namen (aber ohne Doppelklingelichtschwert), dessen klischeebeladene Erscheinung einem mit der Faust ins Gesicht geschlagen wird. Und ständig erzählt er dem Helden in Vision, dass er ihn ja sowas von plattmachen wird.

Es ist mal wieder – oder damals noch weniger ausgelutscht – eine Auserwählten-Story. Seine übernatürlichen Fähigkeiten und seine Rolle sind eine Bürde, die der Auserwählte zu tragen hat, die ihn eines Tages aufzuzehren droht und die wiederkehrender Grund zur Klage für ihn und seine Kumpels ist, ist durchaus reizvoll, aber noch sehe ich keinen gangbaren Ausweg aus dem Jammertal, bei der ich mitfieben und hoffen könnte, jetzt packt er’s. Vielleicht stört mich das so, weil ich auch nicht besser bin. Allerdings ist der Held gleichzeitig unsicher und von starker Ausstrahlung. Mir ist nicht ganz klar, ob Jordan einfach drauflos geschrieben oder einen größeren Plan hatte und ob er irgendwann gemerkt hat, dass die Hauptfigur nicht alleine eine größere Reihe trägt oder einfach gleichwertig interessante Nebenfiguren beabsichtigt hat. So gibt es eine Reihe von Neben- oder zweiten Hauptfiguren, die in manchen Büchern mehr Seiten bekommen als die Hauptfigur, sind auch interessant, aber zugleich oft wenig sympathisch sind. Die Helden wirken, verglichen mit anderen Fantasy-Reihen, ziemlich weinerlich. Vielleicht ist das sogar realistischer.

Fast alle Frauen nerven, sehen gut aus, sind manipulativ, behandeln andere Leute (v.a. Männer) herablassend oder beschimpfen sie direkt (wie freundschaftliches Necken kommt das nicht, wie Sorge nur bedingt herüber). Und da einige auch noch zaubern können, sind es wohl Bene Gesserit. Ich frage mich, ob sich Robert Jordan da ein Trauma oder einen Fetisch von der Seele schrieb. Ein abgehärtetes Wüstenvolk, das auf den Erlöser hofft, gibt’s übrigens auch.

Jordan wiederholt viele Dinge, was gut für Erst-Leser ist, als Erinnerungsstütze manchmal hilfreich oder notwendig ist (wenn man wie ich zwischen Band etwas anderes lies), manchmal aber auch lästig. Dadurch, durch die gleichwertigen Nebenhandlungsstränge und viele Beschreibungen kommt die Handlung eher langsam voran. Marotte Jordans oder des Übersetzes: Auffällig oft treten Leute nervös von einem Fuß auf dem anderen oder greifen etwas so fest, dass ihre Fingerknöchel weiß werden.

Ich kann gespannt sein, wer am Ende dieses Buch der zu besiegende Level-Boss sein wird, wonach sich gefühlt an der Gesamtsituation nicht viel geändert haben wird.

Ist "Das Rad der Zeit" ein Klassiker oder eine aufgeblähte Trivialliteraturreihe voller (mittlerweile) ausgelutschter Klischees? Eine Fanbase scheint es ja zu geben.
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Mondkalb
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Re: Das Rad der Zeit

Beitrag von Mondkalb » So 15. Jul 2018, 19:50

Ich fand die Reihe ganz interessant, bis zum (englischen) Band 7 bzw. 8, glaube ich. Da ist es Jordan völlig aus dem Ruder gelaufen. Ich bleibe da jedesmal stecken, wenn ich die Reihe mal wieder lese und bin noch nicht zu den Sanderson-Romanen vorgedrungen, die ja ganz gut gelungen sein sollen.
Einerseits ist sein Detail-versessener Schrebistil ganz interessant, aber wenn dann die immergleichen Wiederholungen kommen oder so ausgewalzte Szenen (ich kann mich an ein ganzes Kapitel erinnern, das im Wesentlichen daraus besteht, dass Egwaine ein Bad nimmt), reißt mir oft der Geduldsfaden.
In den späteren Büchern hat er eine Tendenz, immer neue Personen einzuführen, von denen manche auch eine große Rolle spielen, während andere nur in einem einzigen Kapitel auftauchen, was ihn aber nicht daran hindert, bei jeder Versammlung von Aes Sedai alle Anwesenden mit Namen und Details vorzustellen, bis hin zu den Stickereien auf ihren Kleidersäumen. ^^
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McCrazy
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Re: Das Rad der Zeit

Beitrag von McCrazy » So 15. Jul 2018, 20:23

Ich habe WoT dieses Frühjahr als Komplett-Paket, inkl. dem Prequel, gelesen.
Angefangen habe ich vor vielen Jahren, als Nakor zu mir zog, der die bis damals bereits erschienenen Bände auf englisch besass. Irgendwo bei Buch 6 oder 7 habe ich glaub auch den Faden verloren. Trotz allem haben wir weitere Bücher gekauft und nie gelesen. Mitte März brach ich mir die Hand und der Arzt meinte, ich soll so viel schonen wie's geht. Daher kam das gerade recht.

Die ganzen Punkte die ihr anbringt sind natürlich richtig. (bezüglich Wiederholungen usw.) Es gibt auch einige Stellen, die heute gar nicht mehr geschrieben werden dürften wegen politisch-unkorrekt, rassistisch etc.

Auf jeden Fall konnte ich den ganzen politischen Krempel da nie so recht leiden. Vor allem, weil es die Sache noch mehr in die Länge zieht als all die Leute hier und dort und jeder mit seiner eigenen Intrige.

Die Bücher von Sanderson sind übrigens gut gelungen. Im Vorwort schreibt er, dass er aus den vielen Notizen und Dingen die Jordan mit seiner Frau besprach, versucht hat dem Buch einen würdigen Schluss zu bereiten. Allerdings war das ganze Material so umfangreich, dass er es in 3 Bücher gepackt hat, weil es sonst ein sehr abgehacktes Ende geworden wäre.

Jedenfalls ist es okay, es mal gelesen zu haben. Ich denke aber nicht, dass ich es mehrmals lesen werde wie z.B. Stormlight Archive oder Kingkiller Chronicle.
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Wildman
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Re: Das Rad der Zeit

Beitrag von Wildman » Mo 30. Sep 2019, 22:24

Ich bin mittlerweile im zwölften deutschen Buch (engl. Band 5: "The Fires of Heaven", Teil 3 [kA, wo da irgendwelche fires of heaven vorkommen]) angelangt. Der Hauptheld wächst in seine Aufgabe rein. Die Hauptrollen-Frauen sind immer noch überhebliche herablassende Miststücke. Ein paar Selbstzweifel kommen bei ihnen auf. Manche Szenen sind sehr spannend, andere tötet Jordan mit ausufernden Detailbeschreibungen ab. Trotzdem übt die Reihe eine gewisse Anziehungskraft aus, aber ich weiß nicht, ob ich bis Band 37 (bzw. engl. 14) durchhalte. Ich lese in der Straßenbahn werktags ca. 2x20 Min. und der Vertrag läuft noch zwei Jahre. ^^ Aber jetzt müsste ich mir erst mal neue RdZ-Bücher besorgen.
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Wildman
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Re: Das Rad der Zeit

Beitrag von Wildman » So 3. Mai 2020, 23:46

Derzeit bin ich im sechzehnten deutschen Buch, dem vierten Teil des siebten englischen Buchs. Ja, die haben es mit diesem und den nächsten, dann vergleichsweise dünnen Büchern geschafft, sie auf vier aufzuteilen. Gekauft hab ich vor einigen Wochen einen dicken Packen im Schuber bei ebay. Einerseits zieht es sich wie Kaugummi, weil das Erzähltempo durch die parallelen Stränge relativ langsam ist, andererseits übt es weiterhin eine schwer zu erklärende Anziehung (mittlerweile Gewohnheit?) auf mich aus.

Anlass meines Beitrags heute ist aber ein eher lustiger. Im Eröffnungsbeitrag schrieb ich, dass fast alle Frauen in dem Buch nerven. Das taten sie auch in diesem Buch. Und es strengt mich an zu lesen, wie alle immer davon reden und denken, dass sie das andere Geschlecht nicht verstehen. Also gab ich bei Google mal "wheel of time women" ein und Google bot mir gleich "wheel of time annoying women" als Suchvorschlag an. ^^ Offenbar ein großes Thema. Ein Diskutant spekulierte, ähnlich wie ich, dass Robert Jordan alle seine schlechten Frauenerfahrungen in die Bücher gesteckt hätte.
Manche Diskutanten meinen, Robert Jordan habe in seiner Welt unsere reale Welt insofern umkehren wollen, dass sich die dort mächtigen Frauen gegenüber Männern so herablassend verhalten würden wie in unserer die Männer gegenüber den Frauen. Die Umkehr-Theorie könnte passen, weil auch die Fremen ... äh, Aiel als Araber- oder Tuareg-Verschnitt(?) wie rothaarige und blonde Riesen-Iren oder Skandinavier aussehen. Vielleicht ist das eine Generationenfrage, weil RJ nunmal älter wäre als mein Vater. Aber auch wenn ich Frauen selbst nicht verstehe, laufe ich nicht dauernd voller Verachtung für sie rum, glaube nicht automatisch sie wären inkompetent, brächten sich nur in Schwierigkeiten, und versuche sie zu manipulieren. Schlechte Laune habe ich zwar meistens, aber ich gifte nicht dauernd Leute an, um so Autorität auszuüben. Ich bin aber auch gar nicht in einer Machtposition. Aber gut, ich kann auch nicht zaubern und kann nicht tyrannischer Magier spielen. In Rad-der-Zeit-Land, oder zumindest im Startgebiet, sind aber auch die nicht-zaubernden Durchschnittsfrauen so drauf.
Es hat gelegentlich interessante Seiten, zu beobachten, wie sich Mitglieder der Aes Sedai oder der "Weisen" Frauen verhalten. Aber ich baue zu denen keine starke Sympathie auf. Die sind nur besser als die "Bösen". Das passiert nicht mal, wenn sie Mat Cauthon, der bisher eigentlich keinen echten Skill, sondern v.a. ... (spoiler?) ausdrücklich übernatürliches Glück und dann eben die noch nicht aufgeklärten Erinnerungen aus einem früheren Leben hat (/spoiler?), manipulieren. Da steh ich einfach auf der Seite des Mannes. Ich wundere mich eher, woher deren Kompetenzen kommen sollen, oder wieso die Heldinnen nach ein Bisschen Novizentraining und Autodidaktik so gut zaubern können. Manchmal erinnern sie mich an die SJW-Debatten und Mary-Sue-Vorwürfe gegen Rey aus Star Wars. Das kann man aber wohl allen "Ta'veren" und v.a. auch Mat vorwerfen. Vielleicht hab ich nicht aufmerksam genug gelesen.
In "Dune" waren die Bene Gesserit in den ersten Büchern eher Antagonisten und Nebencharaktere. Später werden sie auch zu Hauptfiguren (die honored matres fand ich aber auch schräg). In Dune konnte ich die Frauenorden besser nachvollziehen. Ich könnte jedoch verblendet sein, weil ich "Dune" cool finde. Die Ordensburg des Wüstenplaneten muss ich noch lesen.

Immerhin erinnere ich mich noch dran, dass Min jetzt scharlachrote Klamotten mit engen Hosen und blauweißen Blütenstickereien trägt, oder so. Die meisten Detailbeschreibungen von mutmaßlichen Nebencharakteren, die vielleicht irgendwas über die Persönlichkeit verraten sollen, hab ich kurz darauf wieder vergessen. Bei Min drückte das immerhin eine Veränderung im Charakter aus, und zwar eine wichtige Charaktereigenschaft bei RJs Frauen: sie wird hübscher. Mins Kapitel bestehen aber auch hauptsächlich daraus, den Geliebten anzuhimmeln, was mich weniger interessiert. Ohnehin fällt es mir schwer, die Liebes(fern)beziehungen nachzuempfinden.

Edit:
Oh, Robert Jordans Frau muss zum kotzen sein. "Jordan often claimed that all major female characters in the Wheel of Time series (and some of the minor female characters) have at least one trait that was inspired by Harriet."
(Wikipedia)
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Re: Das Rad der Zeit

Beitrag von coffee_smurf » Mo 4. Mai 2020, 01:48

Was mich am WoT etwas stört, wie auch an manchen anderen Serien, ist die Tatsache, dass zwei Autoren daran geschrieben haben.
Gut, wenn der O-Autor stirbt und jemand anderes übernimmt die Serie, um sie fortzuführen oder zu Ende zu bringen, mag es legitim sein. Allerdings ist mir aufgefallen, dass der Stil und die Atmosphäre mitunter leiden - ist halt nicht mehr exakt das Gleiche.

Ich erinnere mich an die Nero-Wolfe-Reihe von Rex Stout (Bücher).
Die Art, wie Wolfe die Fälle am Ende aufdröselt, ist genial.
Nach Rex Stouts Tod hat Robert Goldsborough die Serie übernommen und fortgeführt, und obwohl er einen ähnlichen Stil hat, war irgendwie die Luft raus, es fehlte das entscheidende Quäntchen Genialiät, weswegen ich die Bücher so geliebt habe.

Wie ein Lieblingsgericht, dass jemand anderes kocht, der meint, die Rezeptur minimal abzuändern, und plötzlich schmeckt es nicht mehr super, sondern nur noch gut.

Ähnlich ging es mir auch bei WoT.
Veni, vidi, violini - Ich kam, ich sah, ich vergeigte.
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Re: Das Rad der Zeit

Beitrag von McCrazy » Mo 4. Mai 2020, 09:06

Ich habe ja schon im Juli 2018 geschrieben, dass ich die Bücher von Sanderson gut finde. Meiner Meinung nach hat er es gut geschafft, die ursprüngliche Erzählweise (detailierte Beschreibungen/Wiederholungen) in seinen Schreibstil (schneller/moderner) einzubinden und die doch recht komplizierte Story zu einem Ende zu führen.

[edit] Zu Wildmann und den RdZ-Frauen

Ich habe ja keine Ahnung, welche miesen Charakterzüge er da alles auf die Frauen gepackt hat, aber möglicherweise auch etwas übertrieben dabei. Ich weiss, dass Frauen teilweise schwer zu verstehen sind und manchmal komische (ein-/beschränkte) Ansichten haben, aber was der da schreibt ist schon sehr überrissen. Vor allem, weil jede Frau in den Büchern scheinbar so ist/zu sein hat. Ich bin mir sicher, heutzutage würde er mit solchen Texten nicht durch kommen, ausser als Satire und selbst da gäbs vermutlich 'nen üblen Shitstorm.

Wobei ich als Frau das Gehabe und Getue des Weibervolks in den Büchern auch extrem nervig finde und stellenweise das Getue die eigentliche Handlung sehr stark überschattet. Allerdings lese ich halt einfach die Geschichte und nehme es für dieses Setting als gegeben hin, dass die Frauen dort so sind. Ich hinterfrage solches Zeugs nicht, denn ich will ja irgendwo unterhalten werden.
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Re: Das Rad der Zeit

Beitrag von Wildman » Mi 6. Mai 2020, 23:24

Ich tue mich nach mehreren Büchern immer schwerer mit den Frauen im RdZ. Es gibt auch eigentlich nur zwei weibliche Charaktere:
1. die Protagonistenfrau: arrogant, selbstgerecht, egoistisch, bigott, undankbar, herrisch oder herrschsüchtig und bevormundend, Männer für dumm erklärend, intrigant und manipulierend, mehr oder weniger Freundlichkeit vortäuschend, mehr oder weniger attraktiv, (dem Juilin die Lebensfreude raubend);
2. die kräftig gebaute Wirtin, die mehr oder weniger streng mit ihren Mitarbeitern umgeht und mehr oder weniger Nachsicht oder Amüsement für irgendwelche Situationen zeigt.
Die sind auf mehrere Figuren aufgeteilt, bei denen verschiedene negative Eigenschaften im Vordergrund stehen.
Na gut, vielleicht gibt es noch 3.: die indifferente Nebencharakter-Frau oder relativ zurückhaltende Frau, die bislang noch nicht übermäßig abstoßend aufgefallen ist. Birgitte könnte ein Beispiel sein.

Woher kann Elayne eigentlich ...
Ter'angreal herstellen? Ich glaube, die hat das nicht von Moghedien gelernt, sondern hatte nen Geistesblitz und konnte es plötzlich? Interessant ist ja auch, dass weder Elayne noch Rand einander freie Entscheidungen überlassen wollen. Rand will sie auf den Thron bringen, weil er wohl glaubt, die will das, was ja nicht ganz falsch ist. Elayne will ihn als Behüter binden, ob er will oder nicht. Das wäre wohl als Angriff zu werten.
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Re: Das Rad der Zeit

Beitrag von Mondkalb » Fr 15. Mai 2020, 12:33

Ja, die sind fast alle ein bisschen seltsam (wenn ich einen Euro bekäme, immer wenn Nynaeve am Zopf zerrt, wäre ich reich ;)).
Auch die immer wiederkehrenden Klischees, die die Frauen im Geist über die Männer haben und umgekehrt wirken mittlerweile ziemlich altbacken.
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Re: Das Rad der Zeit

Beitrag von Wildman » So 17. Mai 2020, 12:44

Ich habe das zuletzt gelesene Buch kürzlich beendet und festgestellt, dass ich gar nicht im siebten, sondern erst im sechsten englischen Buch war: "Lord of Chaos". Ich hab so wenig Ahnung, wer der Lord of Chaos ist, wie ich wüsste, wo im vorherigen Buch Fires of Heaven gewesen sein sollen, oder wofür das gegebenenfalls eine Metapher o.ä. gewesen sein soll (vielleicht einer der Kämpfe gegen die Verlorenen). Obwohl manche Charaktere im "weiblichen" Strang persönlich und für die Welt wichtige Fortschritte bei ihrem Status und ihren Fähigkeiten erzielt haben, die mir eher zufällig erlangt oder von außen auferlegt, weniger mühsam erarbeitet und verdient vorkamen, zog sich (auch) das Buch sehr in die Länge. Erst als der Hauptheld in die Bredouille kam und um seine Zukunft ringen musste, hatte ich das Gefühl, es wäre Tempo in der Geschichte und es stünde etwas Entscheidendes auf dem Spiel. Diese letzten ca. hundert Seiten des vierten deutschen Stückel-Buchs des sechsten englischen sind mir auch am deutlichsten in Erinnerung, wogegen ich mich an die Stückel-Bücher davor weniger gut erinnern kann. Vielleicht sind manche Dinge, die ich vage im Gedächtnis habe, auch schon früher passiert. Nun haben mehrere weibliche Chars ein wichtiges Ziel vor Augen, aber wenn ich die deutschen Buchtitel anschaue, gibt's den Durchbruch erst in vier Stückel-Büchern, wird wohl zum Hauptereignis des englischen Buchs 7.

Da ich mich in die weiblichen Chars reingesteigert habe, las ich auch in ein paar Fan-Foren. Da gibt's Ranglisten der tollsten und meistgehassten Charaktere und Streitigkeiten insbesondere dazu, ob Egwene oder Nynaeve ätzender sei, wogegen die andere doch eigentlich super wäre. Interessant war der Beitrag einer Foristin, die meinte, sie käme wie Robert Jordan aus South Carolina, sie wäre als Jugendliche so ähnlich wie Egwene (hübsches Mädchen, Zickenterror) gewesen und Robert Jordan hätte offenbar über das geschrieben was er kannte. Die Frauen würden dort bzw. in den Südstaaten so erzogen, dass sie gleichzeitig lieblich und durchsetzungsfähig wären, so wie ich das verstanden habe. Aus meiner Sichtweise auf die Umsetzung in den Büchern (siehe in einem früheren Beitrag) schließe ich, dass ich South Carolina oder die ganzen Südstaaten meiden sollte. ^^
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