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Was lest ihr derzeit?

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C-Real
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Re: Was lest ihr derzeit?

Beitrag von C-Real » So 23. Dez 2018, 13:43

So ist es.
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juh
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Re: Was lest ihr derzeit?

Beitrag von juh » Mo 24. Dez 2018, 21:46

Puh, Nachwuchs im Bett, endlich wieder etwas Ruhe :D

Lese gerade Conspiracy ( https://www.goodreads.com/book/show/36681909-conspiracy )

Beschreibt eine reale (und erfolgreiche) Intrige von Peter Thiel gegen Gawker.com
Hinterlässt bei mir das ungute Gefühl, dass Silicon Valley Milliardäre tatsächlich Strippen ziehen, die weit reichen.
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Ar-Zimrathon
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Re: Was lest ihr derzeit?

Beitrag von Ar-Zimrathon » Di 25. Dez 2018, 10:00

So, auch mal wieder was posten...

Hab ziemlich (sprich: viel) zu wenig gelesen in diesem Jahr...das letzte war bis vor zwei Wochen das Buch vom Ex-Rocketbeans-TV-Mitarbeiter Gunnar Krupp, "Absacker". Im Prinzip geht's um einen jungen Mann, der gern bei seinen Lieblingsyoutubestars für Prankvideos arbeiten möchte, dort einsteigt und die Höhen und Tiefen des Medienbusiness kennenlernt, während er sich seinen Alltag verkorkst. Hatte keine Erwartungen, muss aber sagen, dass ich seit langem mal wieder begeistert gelesen habe und das Ding quasi kaum aus der Hand legen wollte. Die Story ist zwar kein philosophisches Meisterwerk, die Beschreibungen von Erbrochenem etc. sind manchmal recht widerlich, aber insgesamt hat sich's superflüssig weggelesen. Als jemand, der selbst immer mal ein wenig schreibt, fand ich's einen gelungenen Erstlingsroman. Hat aber halt auch eine gewisse Zielgruppe zwischen...20-35 schätze ich.

Hatte dann halbherzig in Erwartung auf Weihnachten "42,195" angefangen, ein Sachbuch in dem der Autor in 42 Kapiteln bissel über seine Marathonerfahrungen und das Drumherum wie Vorbereitung, Klamotten, etc. berichtet. Hab das Thema selbst zweimal hinter mir und fand das erste Drittel so Larifariblabla, dass ich es wieder beiseite gepackt hab. Keine Ahnung, ob die Zielgruppe erfahrene Läufer/Marathoni sein soll oder eher Laufsportfremde...irgendwie ist es nichts Halbes und nichts Ganzes...

Und jetzt gab's gestern vom Vadder den heißersehnten und gewünschten Nachschub: einerseits die Bruce-Dickinson-Biographie, die ich trotz Iron-Maiden-Fantum verpennt haben muss, und dazu die ersten drei Bücher vom Wheel of Time. Viel von gehört, Erwartungshaltung ziemlich hoch, bin gespannt, was mich erwartet. :-)
Just focus on this single step
Forget about the rest of them
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McCrazy
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Re: Was lest ihr derzeit?

Beitrag von McCrazy » Di 25. Dez 2018, 10:02

Am letzen WE auf Verwandtenbesuch. Bei ein, zwei Gelengenheiten etwas gelesen, das sich auf meinem Handy befand.

Name: Quest: Eight Novels of Fantasy, Myth, and Magic
Das ist eine Sammlung von 8 Büchern von 8 verschiedenen Autoren, die ich schon ein paar Mal angefangen habe, z.B. beim Frisör oder so.
Das sind:

Lindsay Buroker
Jeffrey M. Poole
Joseph R. Lallo
Mark E. Cooper
Patty Jansen
Charlotte E. English
Robert J. Crane.
J. Thorn

Irgendwie kam ich nie über die ersten Seiten von der ersten Geschichte raus, aber nun wo ich etwas weiter voran kam, hat mich etwas die Neugier gepackt. Das erste Buch ist 'The Book of Deacon' von Joseph R. Lallo.
Erst war es wirklich sehr schleppend, irgendwie kam ich mir wirklich vor wie die Hauptperson, die durch den Schnee stapft und nicht weiss wie es weiter geht und sich ziellos voran schleppt.
Als ich die wirklich lange Einführung hinter mich gebracht hatte, kam etwas Action rein. Ist dann dafür etwas sehr viel aufs Mal. Drachen, Magie und
Malthrope. (Musste ich erst nachgucken, was das ist: https://wiki.bookofdeacon.com/index.php/Malthrope

Naja, ich denke, jetzt wo meine Neugier geweckt wurde, lese ich mal weiter. Gibt ja sonst nicht so viel zu tun an Feiertagen. ;)
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Re: Was lest ihr derzeit?

Beitrag von C-Real » Mo 14. Jan 2019, 18:56

Ich habe meine Beschäftigung mit dem Werk Ian McEwans fortgesetzt. Im Werk The Innocent geht es um einen jungen Briten, der in den 1950ern in Berlin in einem geheimen Tunnelprojekt mit den Amerikanern zusammenarbeitet. Er verliebt sich in eine Deutsche, von der nicht ganz klar ist, was für Absichten sie hat. Und obwohl alles nach einem Spionagethriller aussieht, entwickelt sich das Ganze tatsächlich in eine ganz andere Richtung. Mehr will ich gar nicht verraten. Ich hatte daran meine Freude, denn eine Spionagegeschichte wollte ich nur bedingt lesen. Manchmal ist die Symbolik etwas klar durchschaubar - der Tunnel, der gebohrt wird und das sexuelle Erkunden - und später ist die Geschichte, obwohl recht kompakt, in manchen Beschreibung zu langatmig. Aber dieser Leonard Marnham, der so durchschnittlich-unschuldig wirkt, ist genau der richtige Protagonist! Das Buch entfaltet gerade wegen des ruhigen Erzählstils eine interessante Sogwirkung. 4.5/5

"The Child in Time" fokussiert auch wieder eine männliche Hauptfigur, nämlich Stephen, der seine Tochter im Supermarkt aus den Augen verliert. Ich bin im ersten Drittel, kann also noch nicht furchtbar viel dazu sagen. Die Sprache ist etwas gewollter, wie ich finde, denn sie versucht das Leiden Stephens und die Umwelt mit dem komplexen Phänomen von Zeit und Erinnerung zu verweben. Das ist anspruchsvoller, aber ich weiß noch nicht, wie das aufgehen wird. Dafür enthält dies alles wieder eine viele interessante Subplots, in denen auch die Nebenfiguren zur Geltung kommen, wie eben Thelma Darke, die Frau von Stephens Freund Charles, der eine Karriere als Politiker macht usw.
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Re: Was lest ihr derzeit?

Beitrag von C-Real » Fr 15. Feb 2019, 11:47

Zuletzt las ich Frederick Rolfes "Hadrian the Seventh". Das Buch erschien 1904 und gilt weithin als eine persönliche Fantasie des Autoren, der ein abseitiges Künstlerwesen und entfant terrible war. Leider wird die Rezeption des Buches auch immer wieder mit dem Autor verbunden. Das kann man schon irgendwie verstehen, weil die Biografie dieses Mannes (Rolfe ist auch nicht dessen richtiger Name) schon spannend klingt. Aber Werk und Autor gleichsetzen ist doch immer blöde.
Worum geht's also? Hauptfigur ist George Arthur Rose, der in einer Wohnung in London dahinvegetiert, andererseits aber sich stolz als Querkopf behauptet. Der zu Unrecht aus dem Priesterseminar geschasste Katholik erhält dann Besuch von zwei höheren Autoritäten, die ihn wieder in die Kirche aufnehmen - so viel zum Prolog.
Einige Monate später, als ein neuer Papst gewählt werden soll, der Nachfolger von Leo XIII., wird Rose überraschend in den Ränkespielen der Konklave als Kompromisskandidat gewählt. Damit sind nicht alle glücklich, denn Rose, nun Hadrian VII. (in Anlehnung an den einzigen früheren englischen Papst), nimmt seine Aufgabe ausgesprochen ernst und reformiert die katholische Kirche: einerseits sozialer und weniger prunkfreudig, andererseits mischt sie sich in die internationale Diplomatie ein, in der auch damals schon die Zeichen auf Krieg stehen.
Das Buch wurde als Theaterstück adaptiert und hat u.a. auch die erschienene HBO-Serie "The Young Pope" beeinflusst.

Ich habe das Werk zwiegespalten aufgenommen. Die Hauptfigur Rose/Hadrian wird extrem idealisiert und weiß immer seinen Weg und hat immer recht. Ecken und Kanten gibt es durchaus, doch sie werden letztlich immer aufgelöst. Deshalb wiederholt sich auf den 400 Seiten auch vieles, weswegen man viele Passagen überspringen kann.
Doch ebenso hat "Hadrian the Seventh" auch viele Stärken. So ist Rolfe ein durchaus talentierter Schreiber, der zwar manchmal zu ausholend wird, oft aber sehr gut Figuren in wenigen Worten charakterisieren kann. Er benutzt zudem einige ziemlich coole Wörter. Wer also mal herausforderndes Englisch lesen will, kann hier echt was lernen!
Fazit: Interessante Idee, aber man bekommt das Gefühl, ein genaueres Lektorat hätte hier geholfen. 3/5

Jetzt lese ich wieder Graham Greene, und zwar {b]"The End of the Affair"[/b]. Weit bin ich noch nicht. Es geht um einen gehörnten Ehemann, der sich zufälligerweise einem der Liebhaber, dem Ich-Erzähler Maurice Bendrix, anvertraut und diesen wiederum zu einem Detektiv schickt, um nachzuforschen, was die Frau so treibt.
Der Schreibstil, die beginnende Situation im Regen - auf jeden Fall hat mich das Buch gleich um einiges mehr gepackt als das oben erwähnte "Brighton Rock". Es wirkt auf jeden Fall nach einer kleinen, gemeinen und doch menschlichen Geschichte.
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Re: Was lest ihr derzeit?

Beitrag von C-Real » Fr 15. Mär 2019, 11:00

"The End of the Affair" blieb ein spannendes Buch und nahm einen sehr interessanten Ausgang. Allerdings sollte der Leser sich schon für das Thema Katholizismus weiter interessieren. Greene, der ja im Laufe seiner Karriere zu einem katholischen Schriftsteller wurde (so hat er sich auch selbst beschrieben), bindet das Thema genauso ein wie in "Brighton Rock" - moralische Dilemmata usw. Zum Glück sind die Figuren hier sympathischer. Ich vergebe am Ende 4.5/5.

Dann bin ich zu Ian McEwan gewechselt und habe dessen "The Comfort of Strangers" gelesen, von 1981, also eines der jüngeren Werke. Wie ich ja oben schrieb, haben mich ganz besonders seine düsteren Kurzgeschichten interessiert. Der Roman geht in eine ähnliche Richtung und ist mit 127 Seiten recht kompakt, eher eine Novelle also. Erzählt wird von Colin und Mary, die in Venedig (das so nicht genannt wird) unterwegs sind und dort auf den mysteriösen Robert treffen, der sie mit seiner Frau bekannt macht. Die Beziehung der Beiden wird auf ein paar Proben gestellt und irgendwie üben die beiden Fremden einen Reiz auf die Besucher aus.
Der Plot ähnelt "Tod in Venedig" von Thomas Mann. Venedig als Handlungsort nennt McEwan nicht direkt, und das ist nur eines von einigen seltsamen Entscheidungen in der Erzählung. Ich habe mich nach dem Lesen schon ein bisschen gefragt, was das alles sollte, zumal Colin und Mary sich nur bedingt nachvollziehbar verhalten. Hier wären subjektive Ich-Erzähler vielleicht besser gewesen? Dennoch hat das Buch durchaus einen gewissen Sog und besonders zum Ende hin wird die Geschichte fesselnd. Doch nachdem ich so viel Anderes von McEwan konsumiert habe, würde ich hier nur 3,5/5 vergeben. Etwas böse könnte man sagen, dass McEwan hier sehr kalkuliert seine eigene Variante von Manns Geschichte entworfen hat. (Und Venedig als Handlungsort ist nun auch etwas ausgelutscht - wobei ich verstehen kann, wie gerade dieser Ort eine niederdrückende Atmosphäre entfalten kann. Eben das hätte McEwan aber noch besser darstellen können.)

Schließlich, um mal auf meiner langen Liste voranzukommen, lese ich nun "The End of Alice". Das Buch hat vor ein paar Jahren heftigen Gegenwind bekommen, schließlich geht es hier um einen Ich-erzählenden inhaftierten Kindermörder, der eine junge Frau per Briefen berät, wie diese einen Jungen aus der Nachbarschaft verführen und töten? kann. Düsterer Stoff also! Da nur aus der Perspektive es Inhaftierten erzählt wird, weiß der Leser nicht, ob das alles auch wirklich so abläuft. Er garniert die, nur in Auszügen vorliegenden Briefe mit eigenen Erzählungen, Gedanken und Theorien, die teils recht wirr verlaufen. Ich bin noch nicht so weit, aber auf finstere Weise faszinierend ist das schon, und auch - mit einigen Ausnahmen - in gutem Stil geschrieben.
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Re: Was lest ihr derzeit?

Beitrag von Ar-Zimrathon » Fr 15. Mär 2019, 12:27

Hab auf Grund von www.buchpodcast.de wieder mal von Wheel-of-Time weggewechselt und zwei ähnliche, aber nicht gleiche Bücher gelesen:

Zuerst "The First Fifteen Lives of Harry August" von einer britischen Jungautorin (unter Pseudonym glaub). Grob angerissen, ohne zu viel der Welt und ihrer Funktion zu verraten, deren Erleben für mich das eigentlich Spannende am Buch war, geht es um eben jenen Harry August, der nach seinem Tod jedes Mal zur gleichen Zeit, am gleichen Ort unter den gleichen Umständen wiedergeboren wird und seine Erinnerungen an frühere Leben behält. Das Ganze spielt sich dann im Verlauf des 20. Jahrhunderts ab und erörtert Denkweisen, das Umgehen mit Zeit und dem Tod und hat einen eher allgemeinpsychologischen Touch. Eine Handlung gibt es auch, aber die ist eher nettes Beiwerk (schließt am Ende aber sehr schön ab).

Und dazu den geistigen "Vorgänger" "Replay" von Ken Grimwood, in der der Hauptcharakter Jeff im Jahre 1988 an einem Herzinfarkt verstirbt und sich plötzlich im Alter von 18 Jahren in seinem Collegezimmer wiederfindet. Ähnliches Prinzip wie bei Harry August, während der das Ganze aber eher schlecht verarbeitet, tut Jeff das, was wir alle tun würden: er macht durch Wetten einen Reibach und genießt sein neues Leben...bis es sich wieder wiederholt, sich der Zeitpunkt aber immer weiter nach hinten verschiebt...der Spannungswegfressgrad war/ist (noch 2 Kapitel) bei mir hier nicht ganz so hoch wie bei "Harry August", aber Spaß macht's trotzdem. Jeff handelt halt eher so, wie wir als Ottonormalmenschen denken und versucht über Moral und richtige Entscheidungen sein persönliches Glück zu finden. Zudem gibt's viele popkulturelle Referenzen insbesondere zu den 60ern und 70ern (die bei mir auf Grund des Alters leider nicht alle ankommen...).

Wer die Zeitreisethematik mag, sollte sich beide mal geben, generell bekommt "Harry August" sogar eine Empfehlung über die Thematik hinaus, weil es einfach interessant Geschichte, Psychologie und ein bisschen Plot verknüpft.
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Re: Was lest ihr derzeit?

Beitrag von W.F. » Fr 15. Mär 2019, 14:39

Bei mir ist es eigentlich fast alles, was mir zwischen die Finger kommt. Im Moment: Hex von Kai Meyer.
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